Donnerstag, 19. Juni 2008

Demonstrationen in Buenos Aires

Letzten Montag war es wieder soweit. Spontan hatten sich über 15.000 Menschen in der Nähe de Obelisken, dem Wahrzeichen von Buenos Aires versammelt.

Nicht nur dort hatten sich die Menschen versammelt, sondern in jedem Viertel der Stadt, jedem Dorf & jeder noch so kleinen oder grossen Stadt versammelten sich Menschen um gegen die derzeitige Regierung zu demonstrieren. Strassen wurden gesperrt sodass LKW´s keine Supermärkte mehr beliefern konnten. Das Land steht ein weiteres Mal still. Im ganzen Land waren 100.000 sende auf die Strassen gegangen um ihren UNMUT zu zeigen.

In Buenos Aires marschierten über 15.000 Richtung Congress der Nation während sich ca. 500 Anhänger der Regierung, von Cristina de Kirchner auf der Plaza de Mayo versammelt hatten, welche sicher bereit gewesen wären die 15.000 friedlichen Demonstraten aufzumischen. Nervosität herrscht im Lager der Regierung welche lediglich in der Lage war 500 Anhänger auf die Schnelle aufzutreiben.

Die Proteste haben einen neuen Höhepunkt erreicht. Viele Geschäfte mussten beirets wieder schliessen da die Versorgung der Stadt darunter leidet & nur mehr wenig Lebensmittel, vor allem sehr wenig Fleisch nach Buenos Aires kommt.

Fleischhauer in Buenos Aires - Man steht vor leeren Regalen

Für Mittwoch hatte die Regierung einen Gegenschlag geplant & wollte wieder die Unterstützung ihrer selbst zeigen. Nachdem wieder 100.000 Leute gekauft wurden um an einer Pro-RegierungsVeranstaltung teilzunehmen. Ca. 100-150 Pesos wurde jedem pro Kopf gezahlt der sich blicken lies. So war es kein Wunder dass die Plaza de Mayo wieder gefüllt wurde & die Massen der Präsidentin & ihrem Mann zujubelten. Jedes Dorf oder Bezirk wurde angehalten min. 3 Busse zu füllen & nach Buenos Aires zu bringen. So war auch diesen Mittwoch wieder die breiteste Avenue / Avenida / Strasse der Welt, die 9 de Julio wieder von Bussen zugeparkt & alles hatte sich auf der Plaza de Mayo eingefunden, wobei viele nicht einmal wussten was sie dort machten.

Plaza de Mayo mit den Armen des Landes, den bezahlten Anhängern der Demokratie

Cristina mit ihrem Mann dem Ex-Präsident Kirchner beim feiern

Heute ein weiterer Tag an dem sich die Streiks ausdehnen. Die höchste Taxi Dichte der Welt findet sich hier in Buenos AIres. In einer Stadt in der auf 60 Bewohner jeweils ein Taxi kommt streikt heute die Zunft der Taxifahrer welche sich dem Campo (Bauern) gegenüber solidarisch verhält.







Ein Meer aus Schwarz-Gelb tut sich auf. Was passier in diesem Land. Niemand kann es nachvollziehen noch sich Vorstellung darüber machen. Erst vor ein paar Tagen hatten ein paar Piqueteros - Prügel-Proleten der Regierung für mehr Demokratie untern den Demonstraten aufgerufen & sich gegen einen Staatsstreich der friedlich demonstrierenden Menschen geäussert, wobei diese lediglich ihren UNMUT kund geben & eine Verbvesserung der ausbeuterischen Situation herbeiführen wollen & sich ein besseres Leben erhoffen indem die Ausbeutung ein Ende findet.

Donnerstag, 12. Juni 2008

Neue Einstellungen

- Kommentare & Feedback nun für alle geöffnet -

Abendessen im Parolaccia - Leben wie die Könige

Asado, Milanesa, Suprema, Empanadas, Tartas... alles schön & gut aber leider hat das argentinische Gourmet nicht alles zu bieten. So war es schliesslich an der Zeit endlich einmal etwas anderes kennen zu lernen. Die Frage daher war nur wohin.
Die Antwort war immer die selbe. Du musst nach Puerto Madero, die nobel Gegegend von Buenos Aires um einmal richtig gut essen zu gehn. Dort findet sich eine Vielzahl von excellenten Restaurants & Gourmet-Tempeln.

Bei einer schier endlosen Anzahl an Restaurantes wurde die Auswahl zu einem richtigen Dilemma. Anscheinend muss man einfach öfters dorthin spazieren & einfach testen & sich verköstigen lassen.

Schlussendlich fiel meine Entscheidung auf ein nettes italienisches Restaurant - La Parolaccia.
Nachdem ich glücklicherweise noch eine Reservierung bzw. einen Tisch um 22.00 ergattern konnte war die Planung für den Abend perfekt.

Ein kulinarisches Erlebnis war bereit zu beginnen!! Nachdem uns Noberto, unser Kellner an den Tisch geführt hatte bestellten wir auch gleich ein paar Vorspeisen die den Abend verheissungsvoll beginnen liesen.


Ein schöner Abend mit phantastischem Essen & gutem Wein den sich jeder Buenos Aires Besucher nicht entgehen lassen sollte.

10.06.2006 Puerto Madero/Buenos Aires

Leben wie die Könige

Asado bei Maxi - Willkommen in Mercedes



Im April war es endlich soweit. Maxi hatte sich endlich dazu entschlossen einen Asado in der Quinta seiner quasi Schwiegereltern zu machen. Natürlich waren alle sofort dabei & freuten sich schon auf einen grossartigen Asado. Nach einer emotionsreichen Fahrt welche durch endlose Fussballdiskussionen wer wohl die besseren Mannschaften hat, Argentinien oder Europa, Boca oder Manchester... wer hat die besseren Fussballer... & vor allem durch viele Mate begleitet wurde erreichten wir das ca. 100 km entfernte Mercedes in der Provinz von Buenos Aires.




Nach einem gemütlichen Tag in der Quinta, nach einigen Bier & vielen Diskussionen & Spielchen endete sich der Tag dem Ende zu. Nachdem wir usn noch einmal alle zusammen gesetzt hatten um noch einige abschliessende Runden Mate zu trinken, der uns vor allem wach halten sollte begaben sich die Leute einer nach dem anderen auf den Heimweg.



Nach ein paar überlegungen hatte mich Maxi eingeladen bis zum nächsten Tag bei ihm zu bleiben um das Nachtleben von Mercedes etwas kennenzulernen.
Auch wenn die Stadt mit ca 60.000 Einwohnern nicht besonders gross ist herrscht doch reges Leben im Zentrum. Jung & Alt versammeln sich auf der Paza Mayor & machen es sich in den vielen Cafes & Bars gemütlich bevor es für die jüngere Generation dann ab 2 oder 3 Richtung Boliche (Disco) geht.
Sehr überrascht von der Freundlichkeit & Offenheit der Leute flanierten wir zuerst von Bar zu Bar um uns ein Bild von Mercedes machen zu können.
Das gemütliche Leben am Land ist & war eine einzigartige Erfahrung. Die Gelassenheit der Freundlichkeit der Leute ist überwältigend & macht Lust auf mehr. An diesem Wochenende konnet ich dem Grossstadt Leben von Buenos Aires Capital entkommen & die andere Seite des Landes kennenlernen. Nicht alles ist so hektisch & schnell wie in Buenos Aires wo auch die Leute als Individuen oft die Geschmeinschaft aus den Augen verlieren. Sobald man Buenos Aires verlässt findet man sich wirklich am culo del mundo wieder... am A... der Welt. Dies hat aber vor allem etwas beruhigendes & zeitloses was den Menschen hier & auch mir sehr gut gefällt.

Donnerstag, 5. Juni 2008

Copa Libertador – Ein Land in Trauer – Einfuehrung in die Argentinische Mentalitaet

Copa Libertador – Ein Land in Trauer – Einfuehrung in die Argentinische Mentalitaet
Am Mittwoch 21.50 Ortszeit war es soweit. Das Halbfinale Rueckspiel zwischen Boca Juniors (ARG) und Fluminense (BRA) konnte beginnen. Nachdem 80.000 Fans den brasilianischen Hexenkessel mit ihren Bengalischen Feuern zum gluehen brachten & dichte Rauchschwaden nichts erkennen liesen wurde das Spiel etwas verzoegert.
Nach einem guten Start von Boca hoerst man nur noch die wenigen Stimmen der angereisten Boca Fans, die brasilianischen Fans verstummten zunehmend.

Normalerweise waere ich zu diesem Zeitpunkt noch auf der UNI gewesen aber aufgrund des grossen Spiels konnten wir schon eineinhalb Stunden frueher gehn um uns auf das Spiel einzustimmen. Niemand blieb laenger als bis 21.00 auf der UNI um noch rechtzeitig nach Hause zu kommen.
Die Strassen waren leergefegt & alles versammelte sich vor dem Fernseher zuhause oder in einer Bar um die Ecke. Ein Land wird zum Stillstand gebracht aber nicht durch die vielen Streiks, die unzaehligen Demonstrationen oder der vielen politischen & wirtschaftlichen Problemen sondern durch ein einfaches Spiel ihrer Lieblingsmannschaft der 50% der Bevoelkerung angehoeren.

Nachdem das Hinspiel in Buenos Aires in der Bonbonera – der Pralinenschachtel 2:2 ausgegangen war musst Boca gewinnen & es schaute vorerst auch danach aus.
Nach einer guten ersten Haelfte schoss Palermo Mr. Hollywood wie er auch genant wird das 0:1 fuer Boca. Das Land lebte auf. Viele Steine waren zu hoeren die in diesem Moment von den Herzen der Argentiniern zu fallen schien. Nur wenig spaeter aber gelang den Brasilianern der unverdiente Ausgleich & schliesslich von das 2:1 bzw. 3:1 kurz vor Schluss nachdem Boca alles nach vorne geworfen hatte.

Heute war die Stimmung im ganzen Land sehr getruebt. Vor allem hier bei Volkswagen waren am Anfang viele truebe Gesichter zu sehn. Nach kurzem hellte sich aber alles wieder auf da man sagt: Naja dann gewinnen wir halt naechstes Jahr wieder... irgendwann muessen es die anderen auch einmal schaffen.


Inzwischen streiken auch wieder die ganzen Bauern & nach mehr als 3 Monaten Streik & intensiven Verhandlungen mit der Regierung ist man immer noch weit von einer Loesung entfernt. Man lebt von einem Tag auf den anderen & das was Uebermorgen passiert ist schon so weit weg dass daran gar nicht gedacht wird. Wir kuemmern uns um die Probleme von Morgen aber nicht um die Probleme von Uebermorgen oder naechster Woche. Ist es die Kurzsichtigkeit dieser Mentaliaet & Menschen oder einfach nur die Verdrossenheit & der Fakt dass alle muede sind von der Politik die in diesem Land herrscht dass man sich keine Gedanken mehr machen will wie es weitergeht.

Vor ein paar Tagen hat die National Bank stark interviniert um den Dollar Wechselkurs zu senken da man eine positive Stimmung verbreiten will nachdem man sich schlechte Auswirkungen der vielen Streiks in den kommenden Monaten erwartet.

Man Leben hier verlaeuft zusehends ruhiger da ich mich inzwischen schon an die vielen Eigenheiten & Vorkommnisse langsam gwoehne. Auch wenn ich noch oft verduzt stehnbleibe muss um zu reflektieren was hier machnmal gerade passiert & was man passieren laesst ohne darauf zu reagieren. Meine Schock-oder Hemmschwelle fuer bestimmte Ereignisse sinkt mit jedem Tag auch wenn ich versuche jedes kleine Ereigniss aufzusaugen & zu verstehn oder zumindest zu hinterfragen.

Das Land & die Menschen haben hier eine unorthodoxe Vorstellung von Indiviualiatet & Gemeinschaft. Auf der einen Seite versuchen sich alle als Individuum hervorzuheben. Sobald man sich jedoch von anderen abgrenzt oder unterscheidet steht man zwar im Mittelpunkt wird aber auf den Boden der Tatsachen zurueckgeholt & einem wird unfreiwillig klargemacht dass man niemand besonderer ist solange man niemand besonderer ist. Solange man seinen Status nicht unter Beweis gestellt hat oder diesen entwickelt darf oder sollte man sich auch nicht von der Masse abheben sondern versuchen so wenig wie moeglich aufzufallen.

Allein meine Camisas Austriacas „Oesterreichischen Hemden“ & mein Oesterreich Bonus unterscheiden mich hier an meiner Arbeitsstaette von den anderen. Der Europaeische Weg ist hier ein zwar gern gesehener aber auch eigener Weg den viele nicht nachvollziehen koennen oder wollen. Jedoch sollte man auch wenn man sich anpasst nicht seinen Ursprung vergessen sondern sich daraus einen Vorteil basteln & sich damit den Uniquat Stempel aufsetzen.
Die Ansichten von zwei Kulturen vermischen sich hier ohne dass auf eine verzichtet noch vergessen wird.